Das Copernicus-Gymnasium Löningen wurde 1965 gegründet und ist eines von vier Gymnasien im Landkreis Cloppenburg. Zu seinem Einzugsgebiet, dem Südwesten des Oldenburger Münsterlandes, gehören neben der Stadt Löningen auch die Gemeinden Essen, Lastrup und Lindern sowie die Ortschaft Vinnen, aus denen im Schuljahr 2013/14 insgesamt 803 Schülerinnen und Schüler das Gymnasium besuchen, die von 71 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet werden.

Die Entstehungsphase unserer Schule ist geprägt von den bildungspolitischen Diskussionen und Reformen der 50er und 60er Jahre. Scheiterte 1958 der Antrag auf Errichtung eines Progymnasiums noch am Widerstand der Gegner der Koedukation, weil sie um den Erhalt der privaten Mädchenmittelschule fürchteten, wurde hingegen 1959 der Antrag des Gemeinderates, die St. Ludgeri-Realschule in ein Progymnasium umzuwandeln, vom Kultusministerium mit Hinweis auf die zu erwartenden geringen Schülerzahlen abgelehnt. Erst als sich die Einsicht durchsetzte, dass in einem Ort von der Größe Löningens sowohl ein Gymnasium als auch eine Realschule nebeneinander nur als Koedukationsschulen Bestand haben könnten, und es sich abzeichnete, dass Löninger Schülerinnen und Schüler das geplante Gymnasium im damaligen Landkreis Aschendorf-Hümmling besuchen müssten, beantragten die Gemeindevertreter 1964 erneut die Errichtung eines neusprachlichen Gymnasiums, was nun vom Niedersächsischen Kultusminister genehmigt wurde.

So nahm das "Gymnasium Löningen" zum 1. April 1965 zunächst mit den Klassenstufen 5 und 7 seine Arbeit auf. Die Schulbehörde ordnete den damaligen Studienrat Bernard Hachmöller vom Gymnasium Cloppenburg an das neu zu errichtende Gymnasium in Löningen ab und beauftragte ihn mit dessen Leitung und dem weiteren Aufbau. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die bis Ende November angemeldet worden waren, war größer als erwartet, so dass zwei Klassen 5 mit je 40 Schülern und eine Klasse 7 mit 30 Schülern eingerichtet werden mussten. Von den 10 Lehrkräften, die die ersten 3 Klassen unterrichteten, war nur der Leiter hauptamtlich an das neue Gymnasium versetzt worden; alle übrigen waren entweder mit einem Teil ihrer Pflichtstunden nach Löningen abgeordnet oder als nebenamtliche bzw. nebenberufliche Lehrkräfte stundenweise mit so genanntem "Aushilfsunterricht" beschäftigt.

Der Aufbau unserer Schule begann im Frühjahr 1965 mit dem Klassentrakt, der im Sommer 1966 fertiggestellt und bezogen werden konnte. In den folgenden Jahren wurden die weiteren Gebäude nach und nach errichtet: der naturwissenschaftliche Trakt 1967/68, die Turnhalle 1968/69, der musische Trakt, der Verwaltungstrakt und die Pausenhalle 1970/71.

Dieser schrittweise Aufbau der Schulanlagen entsprach dem Wachstum der Schule. In den Jahren von 1965 bis 1973 mussten in jedem Jahr 2 oder 3 neue Klassen eingerichtet werden und die Schülerzahl stieg von 111 im Schuljahr 1965/66 auf 665 im Schuljahr 1973/74 an, bis durch die Einführung der Orientierungsstufe im Schuljahr 1974/75 die Schülerzahl wieder zurückging. Seit der Auflösung der Orientierungsstufen im Jahr 2004 werden Schüler der Jahrgangsstufen 5 und 6 wieder an unserem Gymnasium unterrichtet, so dass die Jahrgänge 5 bis 10 jeweils vierzügig sind.

Die Oberstufe verfügte ab dem Schuljahr 1970/71 neben den neusprachlichen Klassen auch über den mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig. Seit der Reform der Oberstufe bemüht sich die Schule, ihren Schülerinnen und Schülern ein vielseitiges Kursangebot anzubieten. Mit Beginn des Schuljahres 2013/14 ist der sprachliche, gesellschaftswissenschaftliche und naturwissenschaftliche Schwerpunkt der Profiloberstufe um den musischen Schwerpunkt erweitert worden.

Seit 1980 ist das Gymnasium Löningen auch Ausbildungsschule für Referendarinnen und Referendare des staatlichen Studienseminars Meppen. Die Beteiligung an ihrer Ausbildung und ihr Einsatz in der Schule wirken sich in vieler Hinsicht anregend und belebend auf den Unterricht und das Schulleben aus. Der Kontakt mit den Referendaren und mit den Fachleitern des Studienseminars verstärkt im Kollegium die Bereitschaft, sich mit den Ergebnissen der modernen Didaktik und Methodik auseinanderzusetzen und neue Formen des Unterrichts zu erproben.

Ihren Namen erhielt die Schule im Rahmen der Feierlichkeiten anlässlich ihres 25jährigen Bestehens im Jahre 1990. Nach kontroverser Debatte entschloss sich die Gesamtkonferenz mit großer Mehrheit für den Namen "Copernicus-Gymnasium Löningen". In dem Auszug aus dem offiziellen Antrag der Schule an den Schulträger wird Nicolaus Copernicus als symbolträchtige Figur des Abendlandes gewürdigt. Ferner heißt es dort: "Verstärkt wird dieser Eindruck noch dadurch, dass die universell-humanistische Bildung des europäischen Renaissancemenschen Copernicus diesen sicherlich auch für Gymnasiasten des ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts attraktiv macht und zu Innovationen und Kreativität herausfordert."  Dieser Einschätzung fühlen wir uns auch weiterhin verpflichtet.


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