SeminarfahrtZagreb2016 1AusschnittskalDer Start der Studienfahrt des Seminarfachs von Herrn Dr. Schulte-Wieschen nach Kroatien war mehrfach auf unterschiedlichen Wegen (mündlich, schriftlich, per ISerV) allen Teilnehmern mitgeteilt worden, Abfahrt ab CGL-Parkplatz am 25.11.16 um 0.45 Uhr! Bis auf einen Teilnehmer, der Name muss hier aus datenschutzrechtlichen Gründen verschwiegen werden, hatten sich alle Seminarfachschüler mit ihren Eltern und zwei Ex-Schülern mit brauner Flasche in Händen (Bier?) weit vor der allseits beliebten Herrgottsfrühe zur Abfahrt eingefunden, als ein Mobiltelefon dem Seminarfachleiter angereicht wurde. Am anderen Ende ein Schüler, der nicht glauben mochte, dass Schulveranstaltungen auch am Sonntag beginnen können.

Jedenfalls ging es pünktlich mit einer etwas dezimierten Schülergruppe und Frau Brunner los, auf verspätete Teilnehmer zu warten, ist seit einem gescheiterten Versuch, in eine der südeuropäischen Fußballhochburgen zu fliegen, nicht mehr die Sache des CGL-Erasmus+-Beauftragten!
Die weitere Anfahrt durch das nächtliche Emsland und über morgendliche Autobahnen zum Köln/Bonner Flughafen verlief reibungslos. Es verblieb der Reisegruppe genügend Zeit, um auf eigene Faust den Weg von einem geräumigen Parkplatz zum Abflugterminal zu finden. Merke: Wer sich auf das Thema „Europa“ reisend einlässt, sollte sich auf Überraschungen, Unvorhersehbares, kurz, auf neue und unbekannte Abenteuer einlassen können.
Ankunft am Flughafen Zagreb, Geldumtausch, zur Haltestelle des Bustransfers zur Tramstation, lange Papierfahnen als Busfahrscheine, dann mit der Straßenbahn, hier kleine Ticketstreifen,  zum gebuchten Hostel, besser gesagt in die Nähe unserer Unterkunft. Durch einen ersten Spaziergang mit Rollkoffern, Rucksäcken und Reisetaschen, vorbei am Zoo und weitläufigen Parkanlagen, das Stadion von Dynamo Zagreb einmal rechts-, auf dem Rückweg links liegen lassend, fanden wir in einer Seitenstraße unser Quartier, schlicht, einfach und ergreifend, von jungen Leuten gastfreundlich geführt.
Der Bezug der Zimmer konnte erst gegen Mittag vorgenommen werden, die Zeit wurde zur Aufnahme und Bevorratung mit Eß- und Trinkbarem sinnvoll genutzt. Am Nachmittag dann folgte das Genießen des schönen Spätsommerwetters im Park mit Fotos der um einen Schüler verkleinerten Gruppe, abendlicher Ausklang bei einem Kunst- und Kulturfest mit Kirmes. Da kursierte bereits die Information, dass wir ab Montag wieder in voller Stärke vertreten sein würden, da der besagte Schüler in selbstständiger, eigenverantwortlicher, aktiver und engagierter Weise via Warschau nach Zagreb nachkommen würde. Sollte dies die Geburtsstunde der Idee sein, individuelle Anreisen bei Studienfahrten als Herausforderung für die Oberstufe in das noch zu entwickelnde Kompetenzkonzept des CGL aufzunehmen?
Stadtführung am Montag, die Gruppe wird zu begeisterten Straßenbahnfahrern. Der obligatorische Ticketkauf wird durch den Erwerb der Zagreb-Card an diesem Vormittag ersetzt und am Nachmittag intensiv genutzt: Mit Bus und Bahn weit nach außerhalb zur Caritas-Einrichtung für junge Menschen mit Behinderung. Dabei wurden die letzten, geschätzt 900m, in einer aktiv-sportlichen Walkingvariante unter Leitung der Sportpädagogin, Frau Brunner, souverän absolviert. Auch hier eine freundliche Begrüßung, ein Vortrag über die Einrichtung durch den Leiter des Heimes für interne und externe Kinder und Jugendliche, dann schloss sich ein Rundgang durch die unterschiedlichen Gruppen und auf das großzügige Freigelände an. Bei allen Teilnehmern gab es wohl das Gefühl des Unbekannten. Wie werden die Begegnungen sein? Die Sprachkenntnisse der Insiderin D.D. würden unter Umständen hier nicht weiterhelfen können, deutsch und englisch fielen von vornherein aus! Aber es kam ganz anders: Die Bewohner kamen auf uns zu, nahmen uns bei der Hand und machten auf ihre Art und Weise sich uns verständlich, wo und wie sie mit uns spielen mochten. Die anfängliche Unsicherheit wich zunehmend, am Ende waren wir beeindruckt von den Erlebnissen und Erfahrungen dieses Nachmittags und kehrten mit Bahn und Bus wieder zurück.
Am Dienstag folgte der Tagesauflug zu den Plitvicer Seen, ein Naturschauspiel, das uns Reiseführer „Super-Mario“ auf zahlreichen Wegen näher brachte. Auf eine weitere Eloge wird hier verzichtet, es empfiehlt sich, das umfangreiche Fotomaterial bei den Seminarfachschülern einzusehen.
Bemerkenswert noch für diesen Tag: Buswechsel bei der Rückfahrt in den Außenbezirken Zagrebs, abends fakultativ der Besuch des Champions League Gruppenspiels Dynamo Zagreb vs. Juventus Turin. Hier war der Weg durch die Fan-mengen zum Stadion, das Auffinden der Eintrittskartenverkaufsstelle, der Ticketkauf (9 zusammenhängende Sitzplätze, in sicherem Abstand zu den hochtourig agierenden Bad Blue Boys) erfolgte unter Vorlage der Ausweispapiere, so dass sich hinterher jeder seine personalisierte Eintrittskarte als Andenken an die Pinwand stecken konnte. Das Spiel war bei weitem nicht so spannend, wie die gerade geschilderten Aktionen, Bengalos im italienischen Block, eine Leuchtrakete aus Zagreb in den Strafraum, von den anwesenden Feuerwehrleuten routiniert entschärft, zwei Tore für den Gast, der Gastgeber vom Torerfolg so weit entfernt, wie die CGL-Schülertoiletten von denen der Schule, die wir am Mittwoch besuchten.
Dort, in der Europaschule Matije Gupca stellten uns zwei reizende junge  Schülerinnen in englischer Sprache und mit Hilfe einer Powerpointpräsentation ihre Schule vor. Die wurde uns anschließend mitgegeben, denn darin steckte manche Anregung für die Präsentation unserer  Schule in der Öffentlichkeit. Beim sich anschließenden Rundgang durch das Gebäude fielen u.a.die Schülertoiletten derartig positiv auf, das sogleich Fotos zur Vorlage beim Schulleiter, bzw. bei der Bauabteilung des Landkreises Cloppenburg geschossen wurden. Sollte diese Begebenheit der Anlass sein, den ins Ausland reisenden Schülergruppen immer die Aufgabe mitzugeben, eine interessante Anregung für die eigene Schule mitzubringen?
Am Nachmittag erfolgte eine Begegnung mit jungen Flüchtlingen im „Centre for Peace“. Bereits am Vormittag hatte ein in der Flüchtlingshilfe engagierter Kollege der Schülergruppe in einem eindrucksvollen Vortrag die Situation der Flüchtlinge in Kroatien geschildert, jetzt kamen nach einer Einführung Betroffene aus dem Senegal und aus dem kurdischen Teil des Irak zu Wort. In einer Diskussionsrunde wurde nachgefragt, zugehört, eine gewisse Ergriffenheit ob der authentischen Erzählungen machte sich breit. Aufgelockert wurde diese Atmosphäre durch die gemeinsame Zubereitung von „Hummus“, dieser leckere Brotaufstrich wurde anschließend mit Genuss verzehrt.
Dies betraf ebenso das anschließende „EEE“ (= Evaluations Eis Essen) im Stadtzentrum. Im ersten Stock einer Eisdiele wurde kurzerhand das Mobiliar entsprechend der Gruppenstärke verrückt, die bisherigen Erlebnisse und Ereignisse Revue passieren lassend.
SeminarfahrtZagreb2016 2skalUnd was hat dies alles mit fehlendem Aufschnitt zu tun? Genau, das gemeinsame Frühstück stand jeden Morgen auf dem Programm und da vermisste eine Teilnehmerin, deren Name hier aus datenschutzrechtlichen Gründen ebenfalls nicht genannt werden kann, am ersten Tag besagten Käse- und Wurstaufschnitt, der durch Eier und Bockwürste von der Küchenmannschaft unseres Hostels ersetzt worden war. Danach fanden sich ab Dienstag diverse Aufschnittplatten, so dass dem erfolgreichen Start in den neuen Tag höchstens noch die Müdigkeit des vergangenen Tages im Wege stand.
Insgesamt eine hoch interessante, abwechslungsreiche, intensive und mit prägenden Erlebnissen versehene Studienfahrt bei bestem Wetter. Kroatien hat sich für weitere Besuche empfohlen, leider nicht mehr mit dieser Schülergruppe, die dem Abitur 2017 entgegen strebt.
Ein herzlicher Dank an alle Schülerinnen und Schüler, an Dejana für die Empfehlung des Reiseziels und die zahlreichen Übersetzungstätigkeiten und an Frau Brunner, die aus Anlass ihres Geburtstages und dem spontan im Bus angestimmten „Heute kann es regnen,…“ Kinderschokolade und Duplo ausgab. Der Regen erreichte uns dann zum Glück erst auf der Heimfahrt. Das Kompliment, was bleibt und ein wenig stolz macht, kam von den Mitarbeitern des Hostels: Was haben Sie mit Ihrer Gruppe gemacht? Man sieht sie nicht, man hört sie nicht, Ihre Schüler sind total angenehm.
Gibt es dem noch etwas hinzuzufügen?


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