erasmus0137Das europäische Projekttreffen vor dem Hintergrund der Flüchtlingssituation in den Ländern der Partnerschulen des Copernicus-Gymnasiums Löningen im Rahmen des Erasmus+-Programms vom 21. – 27.1.2017
„The European Art Chain“, so heißt der Projekttitel unter dem das Löninger Copernicus Gymnasium seit 2015 mit 5 europäischen Partnerschulen aus Huizen in den Niederlanden, Alatri in Italien, Koknese in Lettland, Vantaa in Finnland und Sitges in Spanien kooperiert. Im Rahmen des EU-Förderprogramms Erasmus+ stellte das Treffen in Löningen das fünfte von insgesamt 6 Projektmeetings an jeder der einzelnen Schulen dar. Ursprünglich war im Antragsverfahren der künstlerische Schwerpunkt auf das Thema „Fotografie“ gelegt worden, genauer gesagt auf das Fotografien von Kunstwerken im öffentlichen und privaten Raum, die während des Treffens in Löningen durch entsprechende Bildbearbeitung in einen anderen Kontext, z.B. in eine andere Umgebung transferiert werden sollten.


In Anbetracht der sich seit 2015 zuspitzenden Situation der Flüchtlinge in Europa beantragte das CGL eine Änderung des Themas beim PAD, der Nationalen Agentur für das Erasmus+-Programm in Deutschland. In Absprache und mit Hilfe der Ideen und Hinweise aus der Agentur wurden anschließend der Schwerpunkt und das Programm kräftig umgestaltet, wobei das Anliegen einer künstlerischen Herangehens- und Arbeitsweise nicht aus den Augen verloren wurde.
Die Partnerschulen erhielten u.a. die Hausaufgabe, die Flüchtlingssituation in ihren jeweiligen Ländern von 2015 bis heute via PowerPoint und der Gestaltung einer Stellwand zu dokumentieren, die im Antragsverfahren genannten Grundschulen im Umkreis des CGL entsandten Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund aus den Sprachfördergruppen zur Mitarbeit an zwei Vormittagen in die internationalen Workshops, zwei Schüler der benachbarten Gutenbergschule aus Afghanistan erklärten sich bereit, über ihre Erlebnisse und Erfahrungen in englischer Sprache (= der Tagungssprache unserer Projekttreffen) zu berichten, ein Vertreter des Landkreises Cloppenburg stellte die Situation in unsere unmittelbaren Heimat vor und Herr David McAllister, der frühere niedersächsische Ministerpräsident und jetziges Mitglied des EU-Parlaments in Brüssel ließ es sich nicht nehmen, alle Teilnehmer an einer Vortragsveranstaltung per Videobotschaft zu begrüßen.
Es war schlicht beeindruckend, wie sich alle Beteiligten aus der Schulgemeinschaft und die angesprochenen externen Partner ins Zeug legten und ihren persönlichen Beitrag zum Gelingen und zum Erfolg der Projektwoche beitrugen. Die Schülerinnen und Schüler eines Seminarfachs des Jahrgangs 12 (verstärkt durch weitere Mitglieder aus den Jahrgängen 11 und 12) organisierten erfolgreich die Unterbringung der über 40 Gastschüler in Familien, kümmerten sich um die inhaltliche Vorbereitung und ein ansprechendes Freizeitprogramm und behielten dabei ebenso die (nicht so beliebten) Erfordernisse wie Aufräumen, Wegpacken und Reinigen im Blick.
Hilfreiche Unterstützung erbrachte auch der Fachbereich Kunst, der in der Vorbereitung mit vier, bei der Workshopleitung mit einer Kollegin vertreten war. Ideen zur inhaltlichen Ausgestaltung, die Gestaltung des Projektplakats, der Einkauf der benötigten Materialien und die konkrete Arbeit mit den Jugendlichen und Grund-schülern entlasteten und inspirierten ungemein. Weitere Kollegiumsmitglieder halfen bei der Organisation der Woche, durch die Leitung von Workshops, durch die Unterstützung der internationalen Gruppen, wo immer es notwendig wurde.
Ein Wort zu den externen Partnern: Es bedurfte genau eines Anrufs beim Leiter der örtlichen Hauptschule, Herrn Helmut Pille, um von dieser Stelle einen beeindruckenden und berührenden Beitrag von zwei seiner Schüler zu erhalten, den authentischen Bericht einer Schülerin und eines Schülers aus Syrien und Afghanistan, die über den Weg aus ihrer Heimat nach Deutschland, nach Löningen im Hasetal berichteten.
Der Landkreis Cloppenburg zeigte sich ebenso sehr kooperativ. Der zunächst angefragte Verwaltungsmitarbeiter verwies auf einen Kollegen, der sehr lebendig und für die Altersgruppe der Jugendlichen gehaltvoll und ansprechend über die Situation in unserer nahen Umgebung berichtete. Erwähnenswert, dass sich dies alles an einem winterlichen Montagabend in fließendem Englisch in der Eingangshalle eines Gymnasiums im ländlichen Teil des Oldenburger Münsterlands ereignete.
erasmus0144Die künstlerische Arbeit in den Workshops wurde anhand des Mottos „Home and tomorrow: Tell me your story – Let’s share our dreams“ geleistet. Dabei wurde das verglaste Treppenhaus des so genannten „Pilz-Gebäudes“ mit Heimat- und Zukunftssymbolen gestaltet, ähnliches ereignete sich mit den Treppenstufen im Innern, wobei Kinder aus den Sprachförderkursen umliegender Grundschulen hier die Hauptverantwortung trugen. So verbindet sich an dieser Stelle europäische Kooperation mit dem weiten Blick über den Tellerrand bis nach Afghanistan hinaus mit einem Beitrag zur Schulkultur am CGL, der sich durch die Gestaltung des gesamten Treppenhauses im „Pilz-Innern“ manifestiert.
Höchst erfreulich und persönlich bereichernd wirkte sich das Zusammenkommen mit Kindern und Jugendlichen aus anderen Kulturen auf alle Teilnehmer aus, den Kindern aus den umliegenden Grundschulen in Bunnen, Lastrup und der Gelbrinkschule Löningen ebenso, wie auf die beiden Jugendlichen aus der Gutenbergschule. Sie wurden selbstverständlich von den Projektteilnehmern zu zwei Freizeitaktivitäten eingeladen (und nahmen diese erfreulicherweise an): An einem Nachmittag ging es z.B. per Bus in eine der Städte des Westfälischen Friedens, nach Osnabrück. Da kam die gesamte Schülergruppe und die begleitenden Lehrkräfte ins Nachdenken, als sich die Jugendlichen aus verschiedenen Teilen Europas und der Welt wie selbstverständlich  im Friedenssaal versammelten, dem Saal, in dem 1648 das dreißigjährige Verwüsten Europas beendet wurde und anschließend zahlreiche Einzelheiten auf der „Nachtwächter-Tour“ in englischer und deutscher Sprache auf anschauliche und humorvolle Art erfuhren.
Am Ende bleibt ein ganz großer Dank auszusprechen: An alle Beteiligten, an Gäste und Gastgeber, an die Lehrkräfte, an die Mitglieder der Schulleitung, an die Eltern,  an die Stadt Löningen, die uns eine Ausstellung und einen Empfang im Rathaus ermöglichte, zuletzt an alle involvierten Schülerinnen des Seminarfachs, die mit einem weit über das normale Maß hinausgehendes Engagement diese Woche zu einem nachhaltig prägenden Erlebnis machten.
Noch Fragen? Copernicus-Gymnasium, z.Hd. Herrn Dr. Ulrich Schulte-Wieschen, Ringstr. 6, 49624 Löningen oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bitte hier klicken für den Link zur Seite der Partnerschule in Sitges!

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